Storchenland Brandenburg von Amsel bis Zilpzalp entdecken

Über 300 Vögel sind in Brandenburg heimisch, hinzu kommen internationale Fluggäste. Die Beobachtungtour kann beginnen …


Schwarzstorch

Der versteckt lebende Schwarzstorch ist deutlich scheuer, als der vielen bekannte Weißstorch. Da beide weitläufig verwandt sind, ähneln sie sich in ihrer Silhouette, wobei es einen auffallenden Unterschied gibt: Der Schwarzstorchs ist überwiegend schwarz, metallisch grünlich-violett schimmernd gefärbt. Er lebt in großen, ruhigen Waldflächen – z.B. im Spreewald – und fliegt gut einen Monat nach dem Weißstorch in den Süden zum Überwintern.


Zu entdecken im Lausitzer Seenland: Ende April bis Mitte Mai hat man reelle Chancen, den Schwarzstorch hier zu sehen. Zum Beispiel, wenn beide Brutpartner in lang gestreckten Kurven – hier, wo der südliche
Spreewald auf die neue Tagebauseenlandschaft sowie
weite Heidelandschaft und Auen kleiner Bachläufe und
Flüsse stößt – über ihrem Revier kreisen. Ein Schau
spiel, das Sie nicht verpassen sollten.


Weißstorch

Der in Brandenburg sehr häufig anzutreffende Weißstorch brütet gern nahe dem Menschen, in offenen Kulturlandschaften. Dort baut er sein Nest gern z.B. auf Dächern und Türmen. Häufig kann man seinen ruhigen Segelflug am Himmel beobachten oder wenn er auf Feldern Mäuse jagt. Im Winter fliegt er in den Süden. Inzwischen überwintern einige Vögel aber auch in Deutschland.


In der Prignitz liegt das „Europäische Storchendorf“ Rühstädt. Den Titel erhielt der Ort bereits 1996 – er ist einmalig in Deutschland. Nirgendwo sonst steuern jedes Jahr so vieleWeißstörche ihre Brutplätze an.Von April bis Mitte August ist Storchensaison. Jährlich treffen rund ca. 30 Paare ein, um ihre Jungen auf den Schornsteinen und Dächern aufzuziehen. Immer mittwochsund freitags um 14 Uhr sowie samstags um 11 Uhr gibt es Führungen in Rühstädt.


Hotspot Seenland Oder-Spree

Brandenburg zählt zu den vogelreichsten Bundesländern in Deutschland. Über 200 Arten brüten hier regelmäßig. Vogelbegeisterte Urlauber sind in dieser Gegend also genau richtig. Insbesondere das Seenland Oder-Spree gilt als ganzjähriger Birdwatching-Hotspot.

Wer das Birdwatching-Abenteuer im Seenland Oder Spree antritt, sollte sich imVorfeld gut über das Artenaufkommen innerhalb der Region informieren. Während in fast jedem Schilfgürtel entlang von Seen und Flüssen der Gesang des Drosselrohrsängers zu hören ist, lassen andere Vogelarten sich deutlich seltener blicken.

Ein großartiges Ausflugsziel ist beispielsweise die Märkische Schweiz. Das Besucherzentrum Schweizer Haus des Naturparks korrespondiert mit den Naturparkzentren für Familien und hält allewichtigen Informationen über den NaturraumMärkische Schweiz bereit. Unweit des Hauses beginnt ein schönerWanderweg durch einen Buchenwald. Im Frühjahr und Sommer kann man dort demGesang derWaldlaubsänger aus den Bäumen lauschen. Aber auch Amseln, Sing- und Misteldrosseln machen dieWanderung zu einem klangvollen Naturerlebnis.

Wer lieber auf demWasser unterwegs ist, kommt bei der Entdeckertour im Kanu von Hangelsberg bis Erkner auf seine Kosten. Der kurvenreiche Flusslauf der Müggelspree bietet eine entspannte und ruhige Atmosphäre für eindrucksvolle Vogel
beobachtungen. Die Kanuausleihe ist in Hangelsberg möglich, mit Abgabe in Erkner.

Der Scharmützelsee ist ebenfalls einen ornithologischen Ausflugwert. Im hiesigen Kurpark stimmen der Pirol und andere Singvögel wie Nebelkrähen ein Konzert an. Das Beobachtungsgebiet ist auch auf der 46 Kilometer langen „Adler trifft Zander“-Radtour zu erleben.

Landschaftliche Abwechslung hingegen bietet die Ostseite der Groß Schauener Seenkette. Am Bugker See liegt dort in einem für die Region typischen Kiefernwald die Bugker Sahara. Im Sommerhalbjahr begegnet man hier zwischen Dünenlandschaft und lichtem Baumbe stand großen Schwarzspechten, Baumpiepern, Gartenrotschwänzen undWendehälsen. Tipp: An den Beobachtungshütten in Altfriedland, in Mönchwinkel, am Scharmützelsee und an der Großen Schauener Seenkette kann man per gescanntem QR-Code erfahren, welche Vögel hier schon gesehenwurden. Auf ornitho.de teilen
Ausflügler ihre Entdeckungen mit Gleichgesinnten.


Singschwäne & Seeadler in der Uckermark

Jedes Jahr im Januar/Februar starten die Singschwäne den Vogelzug in den Norden. In der Uckermark machen sie Rast und trompeten weithin hörbar. Ein Schauspiel, welches Naturliebhaber sich nicht entgehen lassen sollten! Es gibt organiserte Beobachtungsveranstaltungen.

Aber es gibt auch in anderen Reiseregionen tolle Angebote für Vogelbeobachtungen. Die Uckermark beispielsweise bietet Naturräume für mehr als 150 brütende Vogelarten. Das Highlight ist das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Hier lassen sich mit etwas Glück Seltenheiten wie Fisch-, Schrei- und Seeadler erblicken.


Wo tausende Kraniche & Gänse rasten

In der Region Ruppiner Seeland rasten zweimal im Jahr Tausende von Kranichen auf ihrenWanderungen zwischen Sommer-
undWinterquartieren. Um die sogenannten „Vögel des Glücks“ zu beobachten, sind die Linumer Teiche der ideale Ort.

Im Herbst ist der Luftraum über dem Havelland stark frequentiert. Insbesondere der Gülper See dient als Sammel- und
Rastplatz, an dem zu Spitzenzeiten über 100.000 Gänse zu sehen sind. Eindrucksvoll ist der Anflug in der Abenddämmerung.