Einmal ein Bauer sein – Hofdiplom für Feriengäste

Auf dem Hof von Monique Haegele sind kleine und große Gäste gern gesehene Helfer und lernen in ihren Ferien spielerisch etwas dazu.

Kurz vor neun füllt sich der Hof von Familie Haegele. Es wimmelt von Kindern, die in ihren kleinen Plastikeimern Küchenreste und Fallobst gesammelt haben. Auch einige Erwachsene möchten sich die morgendliche Fütterung auf den Braunsberger Höfen nicht entgehen lassen. Die Kaninchen im Stall freuen sich über Salatblätter mit Streicheleinheiten. Die Hühner gackern aufgeregt, als die Kinder ihnen Getreidekörner auf die Wiese streuen. Weiter geht es zu den Schweinen, den beiden Shetlandponys, der Ziege und den Schafen, zwischendurch wird eine Gans, die aus ihrem Gehege ausgebrochen ist, rasch wieder eingefangen.

Vor drei Jahren hat Dr. Monique Haegele gemeinsam mit ihrem Mann Rüdiger den Ferienbauernhof bei Rheinsberg übernommen. Die promovierte Biologin machte vorher noch rasch ein Praktikum auf einem anderen Bauernhof, doch im Grunde war es ein Sprung ins kalte Wasser. Bereut hat sie ihn nicht. Sie vermisst die Großstadt nicht, genießt die Ruhe in dem kleinen Dorf und fühlt sich trotz langer Arbeitstage sichtlich wohl in ihrer Doppelrolle als Gastgeberin und Bäuerin.

Ihr Hof ist ein Refugium für ganz besondere Tiere. Dort leben alte Rassen, zu Unrecht in
Vergessenheit geraten und vom Aussterben bedroht, wie die Diepholzer Gans, das Coburger Fuchsschaf oder das Deutsche Sattelschwein. Monique Haegele schwört auf die Qualität des Fleisches ihrer Tiere und ihre Gäste können das überprüfen. Denn was vom Hof geschlachtet wird, landet zum größten Teil im kleinen Hofladen, in dem sich die Feriengäste auch mit Obst und Gemüse, selbst gemachter Marmelade oder Käse aus der Region eindecken können.

Wer in Braunsberg seine Ferien verbringt, kann nicht nur die Ruhe, die Natur und die Seen in der Umgebung genießen. Monique Haegele will ihren Gästen das Landleben näher bringen. Deshalb können sie auch auf dem Hof mit anpacken. Fast spielerisch streut sie beim Füttern Informationen für ihre kleinen und größeren Helfer mit ein, erklärt, welches Getreide die Hühner erhalten oder dass Ziegen Wiederkäuer sind. Was Stroh vom Heu unterscheidet, das wissen die meisten schon, aber wie sieht es mit der Farbe der Hühnereier aus? Sicher kommen braune Eier von braunen und weiße Eier von weißen Hühnern, oder? Aber was wäre dann mit den schwarz-weiß gefleckten Deutschen Sperbern? Nichts da, erklärt sie, die Farbe der Eier richtet sich nicht nach dem Gefieder, sondern nach der Rasse des Huhns. Wieder was gelernt fürs Hofdiplom, das kleine und auch große Gäste während ihres Aufenthalts erwerben können.