850 Jahre Jüterbog – ein Zentrum im Fläming

Jüterbog liegt mitten drinn. Dies erkannte einst der Magdeburger Erzbischof Wichmann – und eroberte 1157 den damaligen Landflecken, weil er messerschaff dessen vorteilhafte, strategische Mittellage erkannte – nämlich zwischen der damals jungen Mark Brandenburg und dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg. So konnte sich Jüterbog zur heute zweitältesten Stadt in den Grenzen des Bundeslandes Brandenburg entwickeln. Sie war damals ein befestigter Rast- & Handelsplatz auf einer wichtigen Ost-West-Transitroute.

Historischer Giebel des Rathauses ©Stadtmarketing_JB

Später führte diese politische Grenzlage zwischen den – zwischenzeitliche zu Kurfürstenthümern erhobenen – Ländern dazu, dass ein Mönch namens Tetzel die – zu den Erlösung verheißenden Reliquien im Sächsischen pilgernden – brandenburgischen Landeskinder abkassierte. Den Brandenburgern war´s Recht, so verkürzten sich ihre Wege zum Ablaß, mithin zum Seelenheil. Dass ein sächsischer Professor namens Luther, zu Wittenberg, auch auf Grundlage dieses lukrativen Jüterboger Ablaßhandelhandels einen der grundsätzlichen Ansatzpunkte seiner Kirchenkritik entwickelte, das war nicht absehbar … ´führte aber dazu, dass Jüterbog einer der wichtigen Orte der Reformation wurde.


Feste Feiern!

Die Jüterboger feiern 850 Jahre Stadtrecht – Feiern Sie mit und genießen Sie diesen historischen Moment!

Über das gesamte Jubiläumsjahr 2024 hinweg werden vielfältige Veranstaltungen – ob historisch, regional oder einfach nur unterhaltend – für jeden geboten.

Höhepunkt ist die Festwoche 27. April bis 05. Mai

Es wird ein Fest von und für Bürger und Bürgerinnen Jüterbogs sowie für ihre Gäste, welches die Schönheit und Vielfältigkeit der Stadt im geschichtlichen sowie aktuellen Kontext in all ihrer Pracht zeigt. Sie sind eingeladen, gelebte Stadtgeschichte in diesem feierlichen Rahmen mitzuerleben.


Aus dem Programm der Festwoche:

Historischer Festumzug │Maibaumaufstellen Regional- und Künstlermarkt mit „Pauken und Trompeten“ traditionelle Blaskapellen spielen auf • Tanz • Lichtkunst • buntes Bühnenprogramm mit musikalischen Klängen von traditionell über klassisch bis ROCK-POP • Kulinarisches aus der Region • Kinderprogramm • Historische Ratssitzung • Tradition und Handwerk • Party & Tanz für junge Leute │850 Jahre Kirchweihe Liebfrauenkirche │Chöre │ Theater │Kita- und Schulprojekte


850 Jahre Erstweihe der Liebfrauenkirche

Der oben erwähnte, weitsichtige Magdeburger Erzbischof Wichmann von Seeburg gab 1161 den Auftrag die heute zweitälteste, erhaltene Kirche des Landes Brandenburg zu errichten, die Liebfrauenkirche. 1174 wurde sie erstmals geweiht. Sie war der Ort der Kirchenreformer in Jüterboghier predigte Thomas Müntzer 1519.

Liebfrauenkirche © Stadtmarketing_JB


Als böge Herr Tetzel gerade um die nächste Ecke …

vl.n.r.: Kloster Zinna • Blick in die Mönchenstraße © Stadtmarketing_JB

Drei erhaltene Klosterbauten: Kloster Zinna, Mönchenkloster und das Liebfrauenkloster; die drei Stadttore: Dammtor, Zinnaer Tor und Neumarkttor; zahlreiche Wehrtürme sowie das älteste, erhaltene Rathaus Brandenburgs und natürlich die unverkennbaren Kirchtürme von St. Nikolai, vermitteln zusammen mit der Stadtmauer, den Bürgerhäusern und nicht zuletzt dem historischen Straßenpflaster einen authentischen Eindruck. Man könnte meinen, Herr Tetzel böge gerade um die nächste Ecke …


Fast magische Genußmomente

v.l.n.r.: Magischer Moment am DammtorGenußmoment mit KlemmkuchenRomantischer Moment am Kulturquartier Mönchenkloster © l. & r.: © Stadtmarketing_JB │© Susan Gutperl _ TV Fläming


„Wer seinen Kinder giebt das Brodt und leidet nachmals selber Noth, den schlage man mit der Keule todt.“

Tafel & Keule am Tor © Stadtmarketing_JB

Handfeste Mahnung

1394 soll ein zuvor reicher Tuchmacher, welcher sein Vermögen schon zu Lebzeiten unter seinen Söhnen verteilt hatte, dann aber verarmte, ohne dass diese sich um ihn kümmerten, allein eine Holztafel, samt klarer Ansage an andere Erziehungsberechtigte, hinterlassen haben. Die Bürger der Stadt hängten sie zur Mahnung am Stadttor, gleich neben der Keule, welche dazumal für die städtische Gerichgsbarkeit stand, auf. Diese und weitere spannende Einblicke und lokalen Sagenschätze können Sie bei einer geführten Stadterkundung für sich gewinnen.


Angebote rund um die Stadt


Es gibt natürlich ernsthafte, wissenschaftliche Herleitungen für den Stadtnamen; allein die Sage, von Jutta, welche mit ihrem behörnten Haustier zum Stadttor hereinspazierte, an welchem die Stadtoberen auf einen Namenspatron für die Stadt warteten – es sollte der Taufnamen des ersten sein, welcher an diesem Tage durchs Tor in die Stadt käme – ist doch zu schön. Denn der Torwächter rief laut Sage aus, es käme nun Juttas Bock auf gut Brandenburgisch „Jüddasbog“. Der Stadtschreiber stenografierte mit und der Rest ist Geschichte.

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Stadtwappen mit Juttas sagenhaften Bock

Jüterbog ist eine von 31 Städten in der:

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Markante Türme: Kirche St. Nikolai mit Wehrturm © Stadtmarketing_JB

Jüterbog liegt auch heute mitten drin – mitten im schönen Brandenburg, noch immer an der schon einst so wichtigen Fernstraße, die inzwischen aber zum Glück einen gediegenen Bogen um die Stadt schlägt. So kann man in der Stadt Beschaulichkeit atmen, ohne störenden Durchgangsverkehr, welcher sich früher durch die engen Altststadtstraßen, über die jahrhunderte alten Kopfsteine quälte.

Die charakteristische Turm-Silhouette von St. Nikolai lockt in die Stadt, die einen Ausflug lohnt – eventuell ja aus Anlaß der Jubiläumswoche?!